Der Bär Der Ein Bär Bleiben Wollte - Reinhard Mey

Der Bär Der Ein Bär Bleiben Wollte

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Afinação: E A D G B ETecla: DCapotraste: Sem capotraste
[Intro]
D D G A
D D G A
 
[Strophe 1]
D Em G D
Er lebte in den Wäldern und lebte frei und allein
D Em G A
Sein Reich ging von den Hügeln bis tief ins Land hinein
D Em G D
Vom Bach bis an die Ufer seines Flusses und von da
D Em G A D
Hinab bis in die Täler, soweit sein Auge sah
A Em A
Er kannte jede Höhle und fast jeden Blaubeerstrauch
A Gm Bm Em
Die Lieblingsplätze der Forellen selbstverständlich auch
A D A
Und abends liebte er es sehr, im hohen Gras zu steh’n
A G D A
An einen Fels gelehnt zu denken,[…] und ins Land hinauszu-seh’n
 
[Strophe 2]
D Em G D
So stand der Bär auch an jenem Nachmittag auf dem Fels
D Em G A
Recht deutlich spürte er den Herbstwind schon in seinem Pelz
D Em G D
Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts zieh’n
D Em G A D
Er gähnte oft, und er war müd, und es fröstelte ihn
A Em A
Er trottete zu seiner Lieblingshöhle durch das Laub
A Gm Bm Em
Verscharrte noch den Eingang hinter sich und sprach: "Ich glaub"
A D A
Es riecht nach Schnee", während er letzte Vorkehrungen traf
A G D A
Legte sich auf sein Lager […] und begann den Winter-schlaf
 
[Strophe 3]
D Em G D
Er sollte recht behalten, es begann noch nachts zu schnei’n
D Em G A
Der Winter zog in seinen Wald, der Boden fror zu Stein
D Em G D
Ein eis’ger Wind sang in den klaren Nächten im Geäst
D Em G A D
Dem Bär‘n in seinem Unterschlupf war warm, und er schlief fest
A Em A
Doch mit dem Winter kamen auch die Menschen in den Wald
A Gm Bm Em
Sie fällten Baum um Baum, vermaßen, zäunten ein und bald
A D A
Brachten sie Kräne, Rohre, Bagger, Stahlbeton, schon stand
A G D A
Genau über der Höhle […] eine Fabrik im Land
 
[Strophe 4]
D Em G D
Der Frühling kam, und gut gelaunt erwachte auch der Bär
D Em G A
Tief unten in der Höhle, nur das Aufstehen fiel noch schwer
D Em G D
Und als er dann schlaftrunken durch den engen Ausgang stieg
D Em G A D
Stand er ungläubig mitten auf dem Vorhof der Fabrik
A Em A
Da kam auch schon ein Pförtner brüllend auf ihn zumarschiert
A Gm Bm Em
Los du da, an die Arbeit, statt hier rumzustehen, kapiert?
A D A
"Verzeihung", sprach der Bär verstört, "Aber … ich bin ein Bär"
A G D A
"Jetzt reicht's mir", schrie der Mann,[…] "Zum Personalchef, kein Wort mehr"
 
[Strophe 5]
D Em G D
Der Personalchef war ein muffiger, verhärmter Mann
D Em G A
"Ich bin ein Bär", sagte der Bär, "das sieht man mir doch an"
D Em G D
"Was ich sehe, ist meine Sache" sprach der Mann, "und du
D Em G A D
Bist ein dreckiger Faulpelz und noch unrasiert dazu"
A Em A
Dann schubste er ihn zum Vizedirektor, der aktiv
A Gm Bm Em
Und sehr ergeben unterwürfig den Direktor rief
A D A
Der sprach und ließ dabei seinen Managersessel dreh‘n
A G D A
Unser Herr Präsident […] wünscht das faule […] Subjekt zu seh‘n
 
[Strophe 6]
D Em G D
"So so", sagte der Präsident, "Sie sind also ein Bär"
D Em G A
Er hatte das größte Büro und langweilte sich sehr
D Em G D
Er war so mächtig, dass er keinen Schreibtisch mehr besaß
D Em G A D
Keine Krawatte tragen musste und nur Comics las
A Em A
Wenn Sie ein Bär sind, bitte, dann beweisen Sie das auch
A Gm Bm Em
Der Bär kratzte sich vor Verlegenheit über den Bauch
A D A
Nein, Bären gibt es nur in Zoo und Zirkus kurz und klein
A G D A
Genau dort hol‘n wir jetzt […] ein Gutachten […] über Sie ein
 
[Strophe 7]
D Em G D
Die Präsidentenlimousine fuhr den Bär’n zum Zoo
D Em G A
Und seine Artgenossen musterten ihn schadenfroh
D Em G D
Und einstimmig erklärten sie, wer Auto fährt, und wer
D Em G A D
Nicht hinter Gittern lebt, sei alles and’re als ein Bär
A Em A
Die Tanzbären im Zirkus urteilten genauso prompt
A Gm Bm Em
Weil wer nicht tanzt und radfährt, nicht als Bär in Frage kommt
A D A
Die Heimfahrt über dachte er sich: "Ich bin doch ein Bär…“
A G D A
"Ich weiß es doch, ich weiß es",[…] doch er wehrte sich nicht mehr
 
[Strophe 8]
D Em G D
Er ließ sich Arbeitszeug anzieh‘n, und als man ihm befahl
D Em G A
Sich zu rasieren, rasierte er sich seine Schnauze kahl
D Em G D
Stempelte seine Stechkarte wie jeder andere Mann
D Em G A D
Und lernte, dass der Tag mit einem Hupsignal begann
A Em A
Er ließ sich an eine Maschine setzen, wo ein Griff
A Gm Bm Em
Von rechts nach links zu drehen war, wenn eine Sirene pfiff
A D A
Und wenn man das versäumte, leuchtete ein rotes Licht
A G D A
Das zeigte, ob der Mann […] daran arbeitete, oder nicht
 
[Strophe 9]
D Em G D
So stand er Tag für Tag an der Maschine, drehte stumm
D Em G A
Den Griff von rechts nach links und danach wieder rechts herum
D Em G D
Nur in der Mittagspause musst‘ er zum Fabrikzaun geh‘n
D Em G A D
Um durch Maschen- und Stacheldraht in‘s Land hinauszuseh‘n
A Em A
Die Osterglocken wuchsen und verblühten vor dem Zaun
A Gm Bm Em
Ein Sommer kam und ging, der Herbst färbte die Blätter braun
A D A
Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts zieh‘n
A G D A
Er gähnte oft, er war müd,[…] und es fröstelte ihn
 
[Strophe 10]
D Em G D
Er gähnte immer mehr, je mehr er sich zusammennahm
D Em G A
Er wurde immer müder, je näher der Winter kam
D Em G D
Vom Wachen taten ihm oft mittags schon die Augen weh
D Em G A D
Er stand am Zaun und sagte vor sich hin: "Es riecht nach Schnee"
A Em A
An dem Nachmittag schlief er glatt an der Maschine ein
A Gm Bm Em
Hörte nicht die Sirene, nur den Personalchef schrei‘n
A D A
He, du da, raus, du bist entlassen, hier ist dein Restlohn
A G D A
"Entlassen?", jubelte der Bär […] und er machte sich davon
 
[Strophe 11]
D Em G D
Sein Bündel auf der Schulter wanderte er ohne Ziel
D Em G A
Einfach geradeaus im Schnee, der schon in dicken Flocken fiel
D Em G D
So ging er einen Tag, eine Nacht und noch einen Tag
D Em G A D
Auf der Standspur der Autobahn, wo nicht so viel Schnee lag
A Em A
Mal zählte er die Autos, die er sah, doch ihm fiel ein
A Gm Bm Em
Dass er nur bis fünf zählen konnte, und so ließ er's sein
A D A
Und dann am zweiten Abend sah er in der Ferne hell
A G D A
Im dichten Schneegestöber […] Neonbuchstaben: […] "Motel"
 
[Strophe 12]
D Em G D
Durchfroren, nass und müde trat der Bär an den Empfang
D Em G A
Der Mann hinter dem Tresen rührte sich nicht und schwieg lang
D Em G D
Tat unheimlich beschäftigt, um beiläufig zu erklär‘n
D Em G A D
Wir haben keine Zimmer frei für Landstreicher und Bär‘n
A Em A
Habe ich das Wort "Bär" gehört, sagten Sie "Bär" vorhin?
A Gm Bm Em
Das heißt, Sie sind der Meinung, dass ich wirklich einer bin?
A D A
Der Mann griff kreidebleich zum Telefon, der Bär ging schnell
A G D A
Zur Tür, und er verschwand im Wald, gleich hinter dem Motel
 
[Strophe 13]
D Em G D
Er stapfte durch den Wald, der ihm jetzt fremd und feindlich schien
D Em G A
Er ging, und nach und nach verließen seine Kräfte ihn
D Em G D
Ich muss jetzt darüber nachdenken, dachte sich der Bär
D Em G A D
Was mit mir werden soll, wenn ich nur nicht so müde wär
A Em A
Er setzte sich vor eine Höhle und starrte noch lang
A Gm Bm Em
Ins Leere, hörte, wie der Schneesturm in den Bäumen sang
A D A
Er spürte ihn nicht mehr und ließ sich ganz und gar zuschnei‘n
A G D A D
Und vor dem dritten Morgen […] seiner Reise […] schlief er ein

How to play Der Bär Der Ein Bär Bleiben Wollte

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What is the starting chord?

The first identified chord is E. You can transpose without leaving the page.

Can I play it on guitar or keyboard?

Yes. The chord progression works on acoustic guitar, electric guitar and keyboard. Adapt the voicings to your instrument and level.

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